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Jedes Jahr erkranken viele Tausend Menschen an Influenza, der „echten Grippe“. Mit der richtigen Vorsorge können Sie sich schützen.

Was tun bei Grippe?

Wie unterscheiden sich grippaler Infekt und Grippe? Und was können wir gegen sie tun? Antworten und Tipps für die nächste Grippewelle.

Anno 1918 – also vor 100 Jahren! – ging „Grippe-Patient null“ in die Medizingeschichte ein. Seitdem hat die Grippe Abermillionen Menschen krank gemacht, Tausende getötet. Auch im letzten Winter nahm die Grippewelle zwischen Januar und April einen schweren Verlauf. Influenza-Viren sind tückisch, denn sie verändern sich ständig und es ist nicht exakt vorhersehbar, um welchen Typus es sich handelt. Dennoch besteht kein Grund zur Panik, denn mit der richtigen Impfung, wichtigen Hygieneregeln, beispielsweise beim Niesen, sowie bewährt wohltuenden Hausmitteln können Sie sich gut wappnen und behandeln.

Woran erkenne ich, ob ich einen grippalen Infekt oder die echte Grippe habe?

Eine Erkältung oder ein grippaler Infekt ist keine Infektion mit dem Influenza-Virus, auch keine abgeschwächte Form davon. Eine Erkältung mit Atemwegsviren beginnt schleichend mit Halskratzen und anschwellenden Schleimhäuten. Die Inkubationszeit dauert bis zu fünf Tage. Die Grippe kommt dagegen schnell: Fühlte man sich Minuten zuvor noch fit und gesund, setzen plötzlich Schüttelfrost und heftige Kopfschmerzen ein.

Das Fieber steigt bei den meisten Grippekranken auf über 38 bis zu 41 Grad an. Dazu kommt meist ein trockener Husten, der heftig und schmerzhaft sein kann. Auch alle Glieder und Muskeln tun Influenza-Patienten weh. Dabei sind diese sehr müde. Wer an Grippe erkrankt, sollte sofort ins Bett und nicht mehr versuchen, seine Arbeit zu Ende zu bringen, schon gar nicht Verabredungen einzuhalten. Aber noch einen Unterschied gibt es: Gegen Erkältung kann man sich nicht impfen lassen, gegen Grippe schon.

Welche Impfung ist die richtige?

Weltweit sind seit 2009 verschiedene Grippeviren unterwegs: Influenza-A-, -B- und -C-Viren. A-Subtypen gelten als die gefährlichsten, z.B. A(H1N1)pdm09 und A(H3N2). Influenza-C-Viren verursachen dagegen eher mildere Krankheitsverläufe. Nach der Grippewelle im vergangenen Winter wurde beschlossen, dass die Krankenkassen in Zukunft einen 4-fach-Impfstoff bezahlen, da der bis dato gängige 3-fach-Impfstoff nicht gut mit den zirkulierenden Virenstämmen übereingestimmt hat.

Damit er voll wirksam wird, sollte spätestens zwei Wochen vor Ausbruch der Influenza geimpft werden. Die Ständige Impfkommission (StIKo) empfiehlt die Impfung für alle Personen ab 60 Jahren, Menschen mit chronischen Grundkrankheiten, Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen, gesunde Schwangere ab dem 2. Trimenon (kranke ab dem 1. Trimenon), Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung (z.B. medizinisches Personal) sowie Menschen, die Risikopersonen betreuen.

Wie lange sind Grippekranke ansteckend?

Die Influenza ist hochansteckend. Ein einziger, ungebremster Nieser kann mit vielen kleinen Tröpfchen ebenso viele Menschen anstecken. Influenza-Viren sind in der Lage, stundenlang in der Luft zu schweben, und können auf Gegenständen überleben. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt, dass sich während einer Grippewelle etwa 5–20 % einer Bevölkerung infizieren – was nicht bedeutet, dass jeder auch krank wird.

Infizierte können jedoch schon am Tag vor Ausbruch der Symptome ansteckend sein, also kurz nach ihrer eigenen Ansteckung, und die Influenza bis zu einer Woche nach Krankheitsbeginn weiterverbreiten. Wer wissen möchte, wo die Grippewelle gerade besonders stark wütet, informiert sich am besten direkt beim RKI. Das zeigt auf einer extra eingerichteten Seite eine Deutschlandkarte mit den betroffenen Zonen sowie aktuelle Informationen zur Einschätzung der Lage.

Mit welchen Hygieneregeln kann ich eine Ansteckung möglichst vermeiden?

Es sieht komisch aus, ist aber vorbildlich: Menschen, die in ihre Armbeuge niesen statt in die Hand, verhindern die Verbreitung der tausendstel Millimeter kleinen Viren in feinen Tröpfchen am besten. Es sei denn, Sie halten schon ein Einwegtaschentuch bereit, in das Sie sich schnäuzen können, bevor Sie es tief im Mülleimer versenken. Von der Hand können die Viren zu schnell auf Türklinken oder anderen Gegenständen verbreitet werden und andere Menschen infizieren.

Denn Influenza-Viren können mehrere Stunden außerhalb des Körpers überleben, bis sie einen neuen Wirt finden. Waschen Sie in der Grippesaison auf jeden Fall öfter die Hände. Schränken Sie Körperkontakte und Küsschen ein, wenn die Grippewelle schon rollt. Und lassen Sie öfter frische Luft in die Räume, falls Sie selbst oder Familienmitglieder schon erkrankt sind – das verdünnt die Virenkonzentration in der Atemluft und mindert die Ansteckungsgefahr.

Welche Hausmittel können bei Grippe helfen?

Manche Leute lassen sich erst mal eine kräftige Hühnersuppe kochen, um gestärkt in den Kampf gegen das Virus zu starten. Doch die meisten haben kaum Appetit und auch das ist eine gesunde Reaktion, denn so kann sich der Organismus gut auf die Virenabwehr konzentrieren. Aber egal, zu welcher Gruppe Kranker Sie gehören, Sie müssen jetzt besonders viel trinken: Mineralwasser, Ingwertee mit Honig oder Salbeitee beispielsweise.

Mit Salzwasser zu gurgeln, hilft bei Halsschmerzen. Kalte Wickel senken das Fieber: bis zu 20 Minuten nasse Handtücher um die Waden legen, jedoch nicht bei Schüttelfrost! Hustenreiz lindert Saft aus Zwiebeln mit Honig und/oder Thymian – am besten einige Stunden vorher ziehen lassen! Auch bei Ohrenschmerzen wirken klein gehackte, warme Zwiebeln heilsam: einfach in ein Tuch gewickelt aufs Ohr legen. Wenn nichts nützt oder Ihr Immunsystem geschwächt ist, fragen Sie bitte Ihren Arzt, z.B. nach antiviralen Arzneimitteln.

Was versteht man unter einem „schweren Verlauf“?

Eine normale Influenza kann einen Menschen gut zwei Wochen lang ans Bett fesseln und so schwächen, dass er sich auch lange danach nicht so fit fühlt wie vor der Grippe. Nach der letzten Welle, die schwerer verlief als in den Jahren zuvor, fühlten sich viele Patienten noch vier bis acht Wochen lang matt. Von einem schweren Verlauf im Einzelfall wird jedoch erst gesprochen, wenn ernsthafte Komplikationen dazukommen wie eine Lungenentzündung.

Auch der Herzmuskel könnte geschädigt werden, vor allem wenn Kranke die Grippe nicht ernst nehmen und verschleppen, statt wirksam gegen sie anzukämpfen. Die Grippewelle 2017/18 forderte nachweislich 1.665 Menschenleben in Deutschland, wobei dazu gesagt werden muss, dass 87 % der Toten Vorerkrankungen hatten. Aber es lohnt sich auch für gesunde Menschen, rechtzeitig mit dem neuen Vierfach-Impfstoff vorzusorgen, der sogar vor der Yamagata-Linie der Influenza-B-Erreger schützt.

Die BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER übernimmt für alle ihre Versicherten die Kosten einer Grippeschutzimpfung

Stand: September 2018

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