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Entspannung auf Knopfdruck funktioniert oft nicht: Je gestresster jemand im Alltag ist, desto leichter wird er im Urlaub krank. Stressforscher wissen, warum.

Krank im Urlaub

War es Montezumas Rache oder doch die Biochemie? Dass manche vor allem in den Ferien krank werden, ist schon lange bekannt. Grund ist ein fehlgesteuertes Immunsystem, hat die medizinische Forschung herausgefunden.

Shorts, Flip-Flops, Kamera und – eine gut ausgestattete Reiseapotheke. Manche beschleicht schon während des Kofferpackens für den Strandurlaub eine böse Vorahnung. Denn sie werden ausgerechnet in der lang ersehnten Ferienzeit regelmäßig krank. Lt. einer Umfrage des Forsa-Instituts konnte sich 2016 einer von zehn Urlaubern nicht erholen, weil er erkrankte. Etwa ein Drittel war erkältet und 13 Prozent erwischte ein Magen-Darm-Infekt.

Dahinter steckt mehr als persönliches Pech. Mediziner haben eine wissenschaftliche Erklärung für Leisure Sickness („Freizeitkrankheit“). Sie schlägt in der arbeitsfreien Zeit zu, also im Urlaub oder am Wochenende. Typische Beschwerden, die Urlauber ans Hotelbett fesseln, sind Infekte, Erschöpfung oder Schmerzen.

Eine komplexe Immunantwort auf Stress sorgt dafür, dass Beschwerden erst auftreten, wenn die Belastung nachlässt – mit dem Urlaub kommt die Krankheit

Studien haben gezeigt, dass es ganz bestimmte Persönlichkeiten erwischt. Forscher der niederländischen Universität Tilburg verglichen die Selbstbeschreibung von Personen, die nicht betroffen sind, mit der von Freizeitkranken.

Demnach trifft es fast ausschließlich Menschen, bei denen Arbeitsüberlastung, hohes Verantwortungsgefühl und die Unfähigkeit, sich zu entspannen und abzuschalten, zusammenkommen.

 

 

 

 

Immer krank im Urlaub – warum?

Die Ursache liegt Wissenschaftlern zufolge in der Funktionsweise unseres Immunsystems. Unter Stress setzt das Gehirn Neurotransmitter (Botenstoffe der Nervenzellen) frei und die Hormone Adrenalin und Kortisol werden ausgeschüttet. Sie bewirken, dass die verfügbare Energie in die wenigen Körperfunktionen fließt, die zur Verteidigung nötig sind.

Der Blutfluss wird in die Muskeln umgeleitet, der Blutdruck steigt, die Atmung wird kürzer. Dafür müssen aber andere Funktionen gehemmt werden, darunter auch das Immunsystem. Das ist unproblematisch, solange die Stressreaktion nur kurz andauert. Bei akutem Stress, etwa in einer Prüfungssituation, wirken Adrenalin und Kortisol leistungssteigernd.

Bei Dauergestressten gelingt Abschalten auf Knopfdruck selten – diese Methoden helfen gegen die Freizeitkrankheit

Anders bei Dauerstress. Stresshormone, die nicht wieder abgebaut werden, schwächen das Immunsystem. Es beginnt, ziellos und fehlerhaft zu arbeiten. Dauergestresste sind anfällig für Infekte und Entzündungen. Auch die Wundheilung braucht länger. Bei Menschen, die unter Dauerstress leiden, treten oft erst dann Symptome auf, wenn die Beanspruchung deutlich sinkt. Erst dann wird auch die biochemische Stressreaktion heruntergefahren.

Solange sie andauert, unterdrückt der Körper die Immunantwort. In Form eines Infekts wird sie quasi „nachgereicht“. Deshalb werden diese Menschen vor allem im Urlaub oder am Wochenende krank.

Wer unter der Freizeitkrankheit leidet und im Urlaub immer wieder das Bett hüten muss, anstatt Sonne und Landschaft zu genießen, der hat wahrscheinlich im Alltag kein wirksames Anti-Stress-Programm. Leisure Sickness ist ein Warnsignal, sagen Stressforscher.

Raus aus dem Hamsterrad, sollte dann die Devise lauten. Einmal im Jahr entspannen reicht nicht, für den Körper kommt die Entlastung zu spät. Damit das Immunsystem und viele andere organische Vorgänge reibungslos arbeiten können, muss das Stresslevel bald nach einer Belastung wieder heruntergefahren werden.

Dazu können ganz unterschiedliche Methoden beitragen: Achtsamkeitstraining, progressive Muskelentspannung oder Sport. Jeder kann für sich entdecken, wie er im Alltag am besten zur Ruhe kommt und Abstand gewinnt.

Stand: Juni 2017

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