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Warum Sie diesen
Artikel lesen sollten:

Turbulente Zeiten kennt jeder von uns – da ist es gut zu wissen, wie man gesund und stabil durchkommt, wenn ein neuer Sturm aufzieht.

Resilienz stärken

Manche Menschen stecken alles weg, andere scheinen schon bei leichtem Gegenwind umzufallen. Den Unterschied macht ihre Resilienz – und diese lässt sich stärken …

Text: Barbara Lang

„Wie ein Fels in der Brandung“ – dieses schöne Bild bezeichnet einen Menschen, der trotz Turbulenzen, trotz schwindender Kräfte oder lautem Getöse in seinem Leben stark und standhaft bleibt. Eben einer, „den nichts so schnell umhaut“. In der Psychologie nennt man diese Fähigkeit Resilienz. Sie beschreibt unsere psychische Widerstandskraft, die uns hilft, schwere Belastungen gesund zu überstehen. Woher kommt diese Resilienz? Und kann man Resilienz lernen und stärken?

Verschiedene Resilienztypen

Langzeitstress, schwierige Lebenssituationen, Schicksalsschläge oder etwa eine Krise wie die Corona-Pandemie – Belastung hat viele Gesichter. Jeder von uns empfindet sie anders und reagiert mit individuell unterschiedlicher Resilienz darauf. Auf der einen Seite gibt es die, die stoisch die Schultern zucken und sagen: „Da müssen wir jetzt halt durch.“ Auf der anderen jene, die unter der Last sichtlich zusammenbrechen. Dazwischen gibt es vielerlei Nuancen von unterschiedlichen Stressreaktionen, von leicht bis stark. Warum ist das so? Welche Resilienzfaktoren beeinflussen unsere Widerstandsfähigkeit? Und wie lässt sich Resilienz stärken?

 

 

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Säulen und Faktoren der Resilienz

Manche sprechen von den „sieben Säulen der Resilienz“. Neurowissenschaftler Raffael Kalisch leitet in Mainz eine Langzeitstudie des Deutschen Resilienz Zentrums. Er fasst in vier Faktoren zusammen, was unsere Resilienz besonders positiv beeinflusst. Erstens ist das eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung: Menschen, die schon mal Krisenzeiten überstanden und dabei ihre eigene Handlungsfähigkeit erfahren haben, trauen sich eher zu, mit neuen Krisen aktiv umzugehen und sie positiv beeinflussen zu können. Sie sehen sich nicht so schnell in der passiven Rolle eines Opfers, das „Pech“ hat. Die Psychologie nennt dies eine ausgeprägte „Kontrollüberzeugung“.

Video

Die Wissenschaftsserie „Scobel“ hat dem Thema Resilienz eine ganze Sendung gewidmet. Mit interessanten Fallbeispielen und Interviews mit Experten.

Zuversicht stärkt Widerstandskraft

Eine zweite wichtige Säule zur Stärkung der Resilienz ist Optimismus: Wer auch in unsicheren Zeiten an ein gutes Ende glaubt, ein bejahendes Selbstwertgefühl hat, den Fokus mehr auf die schönen Dinge legt und bei weniger schönen dennoch etwas Gutes erkennt, verfügt über eine stabilere Resilienz. Hier spielt auch der dritte Punkt mit hinein: ein positiver Bewertungsstil, im Fachjargon „positive appraisal style“ (PAS) genannt. So eine positive Grundhaltung hilft bei der Lösungsorientierung – während eine pessimistische, negative Sichtweise viel Energie für Sorgen, Ängste und Klagen blockiert.

Wichtige Resilienzfaktoren

Ein vierter und ebenfalls besonders wichtiger Faktor, der die Resilienz stärkt, ist ein stabiles soziales Umfeld: Wer die Gewissheit hat, dass es in seinem Leben Menschen gibt, die ihn in Krisenzeiten unterstützen, auffangen und für ihn da sind, empfindet das als Schutz – ein Gefühl, das den Stresswert senken kann. Über diese vier wichtigsten Resilienzfaktoren hinaus spielt auch die eigene Akzeptanzfähigkeit und Flexibilität eine Rolle. Stress und Krisensituationen gehören zum Leben dazu – wenn ich das akzeptiere und flexibel und lösungsorientiert damit umgehe, hilft mir das mehr als eine starre, negierende Grundhaltung. Insbesondere nach Schicksalsschlägen oder Rückschlägen ist eine Neuorientierung unumgänglich.

Damit wir später stark in der Krise sind brauchen Kinder gute Vorbilder.

Resilienz stärken ist möglich

Dass Resilienz kein Talent ist, das uns von Geburt an in die Wiege gelegt wurde, darüber sind sich Experten einig. Unsere Widerstandsfähigkeit ist nicht statisch – sie verändert sich, beeinflusst von Erfahrungen, Vorbildern und dem eigenen Ausprobieren. Schon das Elternhaus kann viel Gutes mitgeben: indem man Kindern vorlebt, wie man in turbulenten Zeiten das Steuer in der Hand behält, mit großen Emotionen wie Trauer gut umgeht – was nicht heißt, sie an sich abperlen zu lassen – oder indem man auch fordernden Situationen eher etwas Gutes abgewinnt. Wer nicht das Glück hat, diesen Pool an Resilienzfaktoren mitzubekommen, kann selbst seine Resilienz stärken. Klar sollte allerdings sein, dass das nicht mit einem Wochenendworkshop zur Resilienzförderung getan ist. Wirksame Resilienzübungen zielen darauf ab, erlernte Verhaltens- und Denkweisen, die eher schädlich sind, umzuleiten. Das geht nicht von heute auf morgen – aber es geht!


Zur Autorin: Barbara Lang ist Journalistin und Diplom-Sozialpädagogin und schreibt viel über psychologische Sujets. Das Thema Resilienz hat sie während einer Stressphase geschrieben, nämlich zwischen Umzugskisten in einer halb leeren Wohnung ohne Küche. Eine interessante Erfahrung …

Stand: Januar 2021

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