Spezial

Warum Sie diesen
Artikel lesen sollten:

Wir tragen in uns, wer und wie wir sein wollen. Schon ein kleines Kind merkt, dass es falsch ist, wenn wir das nicht ausleben dürfen!

I am what I am!

Vom Rosa-Tsunami im Kinderzimmer bis zum neverending Schubladendenken – so wird das nie was mit der Gendergerechtigkeit …

Text: Barbara Lang

Als ich einst mit dem späteren Vater meines Kindes zusammengezogen bin, habe ich die Bohrmaschine und er die Küchenmaschine mit in den gemeinsamen Haushalt gebracht. So wahnsinnig emanzipiert lief unsere Beziehung dann nach der Geburt des Babys dennoch nicht ab. Ruck, zuck fand ich mich in der klassischen Rollenverteilung wieder: er bei der Arbeit oder mit Kumpels unterwegs – ich zu Hause mit Kind, Kochlöffel und Kekskrümeln.

Die rosa Brille hilft auch nicht

Wenn ich dann in den anderen Kinderwagen, auf den Spielplätzen und später im Kindergarten die kleinen, rundum in Pink getünchten Vollblutprinzessinnen sah, überkam mich jedes Mal Mitleid. „Oje“, dachte ich, „die werden ja schon von der Windel an auf Klischeemädchen getrimmt.“ Und – ganz ehrlich – so ganz falsch lag ich mit dieser Wahrnehmung meist auch nicht. Ein nicht kleiner Teil dieser kleinen Tüll- und Glitzerzicken wusste die ihnen zugedachte Rolle gut auszufüllen. Voller Wehmut erinnerte ich mich an meine Kindheit.

„Jungesein verband ich mit Wildheit und Freiheit – Mädchensein war einfach nur langweilig!“

Ich war eher der Winnetou- als der Hanni-und-Nanni-Typ. Zur Kindergartenzeit wollte ich ein Junge sein, hatte kurze Haare, langweilte mich beim Barbies-Anziehen-und-Kämmen und spielte lieber mit meinem Bruder und seinen Freunden im Wald Musketiere. Beim Fechten mit den Ästen holte ich mir blutige Daumen, beim Klettern am Hang zerrissene Jeans. Ich weiß noch, dass ich daheim einmal bitterlich geweint habe, weil ich Mädchensein so doof fand. Jungesein verband ich mit Freiheit und Wildheit. Aber all die Erwartungen, die an Mädchen gestellt wurden, waren für mich ein zu enges Korsett: brav und adrett sein, hübsch gekämmt und mit geflochtenen Zöpfen, Lacksandalen statt Turnschuhen, auf der Decke sitzend statt herumstreunend – laaaaangweilig!

Pol-Position: Wer denkt, dass Bohrmaschine und High Heels nicht vereinbar sind, irrt.

Von Natur aus Suffragette

Erst Jahrzehnte später ist mir klar geworden, dass ich damals schon eine emanzipierte Feministin war, ohne jemals irgendetwas davon gehört oder entsprechende Vorbilder gehabt zu haben. Ein Naturtalent, quasi. Das sich in keine Rollenvorstellungen zwängen lassen wollte – aber auch schon früh Diskriminierung erlebt hatte: Als der Pfarrer in der vierten Klasse neue Ministranten anwerben wollte, schnellte mein Finger sofort in die Höhe (warum auch immer). Doch er legte die Stirn in Falten, schüttelte den Kopf und machte eine wegwischende Handbewegung: „Du nicht, du bist ja ein Mädchen.“ Das saß! Ich war sprachlos. Pffffhhh – dann halt nicht! Sollte er doch diesen geschleckten Sebastian seine Hostien tragen lassen.

Sei 'ne Marke!

Trotzdem haben sich Cowboy und Girlie längst in mir versöhnt. Ich bin gerne eine Frau – aber immer noch mit zwei Polen, die von Chucks bis High Heels reichen, und das im wahrsten und im bildhaften Sinne. Doch was ich als wirklichen Reichtum empfinde und genieße, ist für andere nicht so recht in eine Schublade zu stecken. Da ist es wieder, das Dings mit den Rollenerwartungen … Und wenn ich das schon spüre, wie geht es dann erst homosexuellen oder queeren Menschen? Niemand hat es nötig, sich in eine vorgefertigte Form quetschen zu lassen, in die er nicht passt. Deshalb wünsche ich mir eine Welt mit weniger Prototypen – und dafür mehr echten Marken!


Zur Autorin: Barbara Lang ist Journalistin und hat sich schon immer gegen Ungerechtigkeit gewehrt. Das kommt wahrscheinlich davon, dass sie früher liebend gerne Robin Hood im Wald gespielt hat.

Stand: Dezember 2020

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