Spezial

Warum Sie diesen
Artikel lesen sollten:

Keiner von uns tanzt so leicht mit dem Leben, dass er oder sie mit jedem Erlebnis easy klar kommt. Doch es zu versuchen, lohnt sich auf jeden Fall.

Auf Biegen und Brechen?

Flexibilität und Akzeptanz sind Stärken – leider nicht gerade meine. Doch mit ein bisschen Sturheit und Lebenswillen biegen wir das schon hin!

Text: Barbara Lang

Marc Aurel, römischer Kaiser und Philosoph, war ein kluger Mensch. Zumindest nach den Zitaten zu urteilen, die ihm zugeschrieben werden. Eins davon mag ich ganz besonders: „Man bereut nie, was man getan, sondern immer, was man nicht getan hat“ – ein Weisheit gewordener Tritt in den Allerwertesten! Für diesen Satz hat der Mann bei mir für immer einen Stein im Brett.

Einfach machen

Wann immer ich zögernd und zaudernd vor der Entscheidung stehe, etwas zu tun oder zu lassen, denke ich an meinen Freund Marc. Und dann tu ich’s einfach! Ein spontanes Date mit einem fast Fremden, ein ungeplanter Kurzurlaub trotz Kontoflaute, vielleicht sogar die Anmietung einer neuen Wohnung, obwohl ich aus der alten noch gar nicht rausmüsste. Solche Entschlüsse machen mich auf eine großartig kindliche Art nervös und lassen mich Lebendigkeit spüren. Und: dass ICH das Steuer in der Hand habe!

Skepsis im Blut, Sturheit im Sternzeichen – wie flexibel kann man da schon sein?

Ginge es rein nach Genetik und Astrologie, trüge ich wenig Veranlagung für Spontaneität und Flexibilität in mir. Das Blut in meinen Adern transportiert diesbezüglich eher einen Cocktail aus Vernunft, Solidität und etwas Skepsis. Und mein Sternzeichen: Stier, stur, sicherheitsbedürftig. Doch scheinbar regiert da noch etwas anderes in mir und verschafft sich immer mal wieder die Oberhand: die pure Lust am Leben und Erfahrungen-Sammeln. Denn ein reiches Leben ist für mich nicht an Geld oder Besitz zu messen, sondern an Erlebnissen, Erkenntnissen, Entwicklungen.

Wenn das Leben ein Miststück ist

Nun gibt es aber Phasen im Leben, da läuft es nicht so rund – da stockt es im Job, da knarzt es in der Familie, da zickt die Gesundheit, da sterben einem gar geliebte Menschen aus den Armen weg und die allgemeinen Perspektiven sehen aus wie der Wetterbericht im November: dunkelgrau mit Sturmregen aus Nordost. Keiner von uns breitet in solchen Zeiten jubelnd die Arme aus und begrüßt das Leben mit allem, was es zu bieten hat. Denn dann ist das Leben ein gemeines Miststück! Und diese Erkenntnis darf man auch erst mal eine Weile so stehen lassen.

Wer auch Negatives mal aus anderer Perspektive betrachtet, schützt sich besser vor dessen Wucht.

Nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten wird es dann aber wieder Zeit: Versöhnungszeit. Denn alles andere bedeutet Stillstand – und Stillstand ist sprichwörtlicher und gefühlter Rückschritt. Doch: Als Jonny-Controletti-Mensch fällt das Loslassen schwer – selbst bei Leid, Wut, Trauer und Enttäuschung. Klingt verrückt, ist aber so. Und bestimmt nicht nur bei mir. Auch negative Gefühle können uns nämlich eine vermeintliche Sicherheit vermitteln und manch einer richtet sich darin recht „gemütlich“ ein. Eine Komfortzone der anderen Art – keine Überraschungen garantiert!

Komfort, garantiert ohne Überraschungen – das ist rückschrittlicher Stillstand!

Das andere Vorwärts

Viele Jahre war ich eine Meisterin des Nicht-akzeptieren-Wollens. Immer und immer wieder versuchte ich, mit meinem Stierkopf durch die Wand zu kommen – oder durch Türen, die andere längst geschlossen hatten. Doch mit den Jahren merkte auch ich, dass Vorwärtskommen anders geht. Gerade zur richtigen Zeit hüpfte mich wieder ein Sprichwort an. Ich kenne weder seinen Urheber noch den originalen Wortlaut, aber sinngemäß sagt es: „Wenn du Dinge nicht ändern kannst, betrachte sie aus einer anderen Perspektive.“ Also frage ich mich, was dieses Erlebnis mir sagen will, was ich daraus lernen soll. Ich frage mich, wie ich damit umgehen kann, ohne weiterhin Kraft in die Verleugnung oder den Kampf zu stecken. Ich frage mich: Wie komme ich da raus, ohne verbittert zu werden? Denn Bitterkeit ist echt bitter. DAS würde ich wirklich bereuen. Marc hat nun mal recht – also, vorwärts!


Zur Autorin: Barbara Lang hat es zwar gar nicht mit Wandtattoos oder T-Shirts mit Botschaft, aber Marc Aurels Weisheiten liebt sie. Genauso wie einige Metaphern aus der Natur, z. B. dass das weiche, fließende Wasser den harten Stein schleift und weiterträgt. 

Stand: September 2020

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