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Artikel lesen sollten:

Die Nieren sind lebenswichtig für uns, denn sie sind die großen Entgifter des Körpers. Sie können sie dabei unterstützen.

Die Funktion unserer Nieren

Die Nieren sind das Klärwerk unseres Körpers mit vielen lebenswichtigen Funktionen und Aufgaben. Zahlen, Fakten, Gefahren und Hilfen.

Text: Cora Keller

Von der Niere zu den Nephronen – ein Kurzporträt

Die Nieren liegen normalerweise links und rechts von der Wirbelsäule auf der Höhe der 11. und 12. Rippe, die rechte etwas höher als die linke. Sie sind kaum faustgroß, bohnenförmig, in schützende Fettkapseln gebettet und wiegen 120 bis 200 Gramm. Die Arteria renalis, die links und rechts von der Aorta abzweigt, versorgt die Nieren mit Blut. Außen befindet sich die Nierenrinde, die das Nierenmark umschließt, das aus 10 bis 12 Markpyramiden mit Papillen besteht; sie münden in Nierenkelche und schließen sich im Nierenbecken zusammen. Nephrone heißen die ein bis drei Millionen winzigen Nierenkörperchen und -kanälchen.

Sind die Funktionen der Niere schwer gestört, hilft manchmal nur eine Dialyse.

Die Funktionen und Aufgaben der Niere

Die siebartigen Nierenkörperchen filtern täglich rund 300-mal unser Blut, je nach Mensch sind das 1.500 bis 1.800 Liter. Sie regulieren auch unseren Blutdruck, die Flüssigkeit im Körper sowie den Elektrolythaushalt mit seinen Säuren, Basen und Salzen. Außerdem produziert unser Doppelorgan lebenswichtige Hormone, z.B. das Erythropoetin, das die Neubildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark fördert. Sogar an der Vitamin-D-Produktion und Vitamin-D-Speicherung sind die Nieren beteiligt, wenn Sonne auf unsere Haut strahlt. Deshalb nicht zu viel Vitamin D zusätzlich einnehmen, denn das steigert den Kalziumspiegel und kann zu Nierensteinen führen.

Video

Sie wollen mehr wissen über die Funktion der Nieren? Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) hat hierzu einen Aufklärungsfilm produziert:

Ausscheidung von Giften aus unserem Körper

Glomeruli heißen Gefäßknäuel in der Nierenrinde, die an ein Blutgefäß angeschlossen sind und von einer doppelwandigen Bowman-Kapsel geschützt werden. Die innerste umschließt das Nierenkörperchen und ist eine dünne, durchlässige Zellschicht, durch die Wasser und Blutpartikel gefiltert werden können. So entstehen täglich etwa 170 Liter Primärharn. Am äußeren Blatt der Bowman-Kapsel fließt der Harn in die Nierenkanälchen und die Tubuli der Nephrone. Salze und andere wichtige Substanzen werden in Gefäße zurücktransportiert, der Endharn schließlich über die Harnleiter aus dem Körper ausgeschieden: im Tagesschnitt 1,7 Liter Urin.

Was, wenn die Funktion der Niere ausfällt?

So leistungsstark unser Entgiftungssystem ist, so störanfällig ist es leider auch. Laut der Deutschen Nierenstiftung (www.nierenstiftung.de) haben vier bis sechs Millionen Menschen in Deutschland eine eingeschränkte Nierenfunktion. Zum Glück kann unser Körper mit nur einer funktionierenden Niere gut weiterleben. Doch rund 80.000 Patienten sind auf eine Dialyse angewiesen: Ihr Blut muss mit Schläuchen aus dem Körper herausgeführt und in einer Maschine gereinigt werden. Das ist über viele Jahre bis Jahrzehnte möglich, eine Heilung jedoch nur durch eine Organspende. Rund 7.500 Patienten warten deshalb auf eine Nierentransplantation.

Hilfe für die Niere: viel Flüssigkeit, wenig Salz

Um unseren Körper optimal zu reinigen, sind die Nieren auf viel Flüssigkeit angewiesen, möglichst zwei bis drei Liter am Tag. Wird der Urin dunkel, signalisiert das einen Flüssigkeitsmangel. Mineralwasser ist das ideale Getränk, um den Wasser- und Elektrolythaushalt zu versorgen. Zudem sollten Menschen mit schwachen Nieren salzarm essen, weil sie Salze schlechter herausfiltern können. Auch weniger Eiweiß und Phosphate entlasten, z.B. durch den Verzicht auf Fertigprodukte, Colagetränke, Wurst und Nüsse. Dagegen unterstützen Gemüse, Salate, Pilze und Obst, sowohl roh wie gekocht, die Nieren bei ihrer Aufgabe. Und als wahrer Nierenliebling gilt grüner Hafer.

Stand: Juni 2020

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