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Dafür schämen wir uns: Körpergerüche, Hautprobleme, Ausfluss. Oft können einfache Mittel helfen, die totgeschwiegenen Beschwerden zu lindern.

Darüber spricht man nicht …

Das Internet zeigt uns perfekt aussehende und funktionierende Körper, Tabuthemen werden ausgeblendet. Dabei plagt sich fast jeder heimlich mit peinlichen Leiden.

Text: Ute Sonneborn

Ob Mundgeruch, Fußpilz, Warzen, Erektionsstörungen oder Blähungen – die Liste der Beschwerden, für die man sich schämt, ist lang. Fast jeder kennt mehr als eines dieser Leiden aus eigener Erfahrung. Die Hautärztin und Autorin Dr. Yael Adler hat ein Buch über Körpertabus geschrieben. In „Darüber spricht man nicht“ (Droemer, 2018) plädiert sie für einen unverkrampften Umgang mit vermeintlichen Makeln. Der lange aufgeschobene Arztbesuch bringt oft schnell Linderung und verbessert die Lebensqualität – wenn man sich endlich traut!

 

 

Blähungen

Der größte Schritt in einer Beziehung sei nicht der erste Kuss, sondern der erste Pups, scherzt Dr. Adler. In der Öffentlichkeit macht es uns verlegen, doch jeder gesunde Mensch pupst 10- bis 20-mal täglich, um sich von verschluckter Luft und Gasbildungen durch Verdauungsbakterien zu befreien. Anders beim sogenannten Reizdarmsyndrom, unter dem immer mehr Menschen leiden: Hier treten Krämpfe, Durchfälle oder Verstopfungen zusammen mit schmerzhaften Blähungen auf.

Solche Beschwerden sollten abgeklärt werden. Oft genügt es, blähende Nahrungsmittel zu meiden. In manchen Fällen steckt eine Unverträglichkeit (Fruchtzucker, Weizeneiweiß) oder gar eine Darmerkrankung dahinter. Lindernd bei hartnäckigen Blähungen wirken Tees mit Kümmel, Anis, Fenchel oder Kamille.

Hämorrhoiden und Juckreiz am Anus

Alles, was mit Ausscheidungen zusammenhängt, ist uns unangenehm. Vor allem Männer ignorieren Probleme am Po oft so lange, bis ein Eingriff nötig wird. Hämorrhoidalleiden, also eine schmerzhafte Vergrößerung der Schwellkörper am Anus, ist in den Anfangsstadien gut konservativ behandelbar, doch später ist der Chirurg gefragt.

Vor Verschleppung warnt Dr. Adler: „Je radikaler das angezeigte Verfahren, desto höher ist auch das Risiko, dass der Feinverschluss dauerhaft leidet und Stuhl austritt.“ Juckreiz an der Pofalte, über den immerhin fünf Prozent der Bevölkerung klagen, kann viele Ursachen haben. Oft ist er harmlos, wie etwa durch Seifenreste ausgelöste Irritationen. Bei Fissuren, Abszessen oder Venenveränderungen sollte ein Facharzt (Proktologe) konsultiert werden.

Mundgeruch

Unter Mundgeruch leiden unterschiedlichen Schätzungen zufolge 25 bis 50 % aller Menschen zumindest zeitweise. Die zahlreichen Betroffenen bleiben aber meist ahnungslos, denn schlechter Atem ist ein klassisches Tabuthema. Der diskrete Hinweis einer vertrauten Person kann den Anstoß geben, das Übel loszuwerden. Zu 90 % liegen die Ursachen im Mund- und Rachenraum.

Neben bakteriellen Abbauprozessen können Erkrankungen wie Parodontitis schlechten Atem verursachen. Meist führt penible Mundhygiene, bei der auch Zahnseide und Zungenschaber zum Einsatz kommen, zu einer Besserung. Der Speichelfluss, eine Art körpereigene „Waschanlage“, kann durch Kaugummikauen angeregt werden. Auch Mundspüllösungen (mit antiseptischen Wirkstoffen wie Zink) haben sich bewährt.

Warzen, Flecken und Co.

Vor allem Frauen und Mädchen wünschen sich makellose, glatte Haut. Doch die sehen wir nur dank Photoshop. In Wirklichkeit finden sich bei jedem Knubbel und Verfärbungen. Die Haut, unser größtes Organ, erneuert sich ständig und dieser Prozess hinterlässt sichtbare Spuren. Ungern gesehen sind Warzen, große Leberflecken oder eitrige Pickel. Viele versuchen, selbst Hand anzulegen.

Das ist ein Fehler, meint Dr. Adler: „Ich erlebe immer wieder Patienten, die nach diversen Quetschversuchen mit schweren Entzündungen zu mir kommen.“ Der Facharzt kann außerdem erkennen, ob hinter dem ästhetischen Problem eine behandlungsbedürftige Gewebeveränderung steckt. Was für Laien nur unschön aussieht, beruht auf sehr unterschiedlichen organischen Vorgängen.

Schwitzen

„Wer zu viel seift, stinkt“, meint Dr. Adler. Der Eigengeruch des Körpers ist vielen unangenehm und soll mit Duschgel, Deo und Co. überdeckt werden, womöglich mehrmals täglich. Die Folge ist noch stärkerer Körpergeruch: Seifen verändern den pH-Wert der Haut, sodass sich geruchsbildende Bakterien besser vermehren können.

Dr. Adler empfiehlt, nur einmal täglich nicht zu heiß zu duschen und dabei ein seifenfreies Duschgel mit hautidentischem pH-Wert sparsam an den „Problemstellen“ (Achseln, Leistengegend, Füße) zu verwenden. Gegen starkes Schwitzen gibt es Hausmittel. Nachtschweißattacken lassen sich gut mit Salbeitee in den Griff bekommen. Für gravierende Fälle von übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose) gibt es medizinische Therapien.

Bodytuning und Schönheits-OPs

Zu den zeitgenössischen Tabus gehören schließlich die vielen Versuche, den eigenen Körper zu optimieren. Sie folgen zum Teil wechselnden Moden und immer öfter kommt dabei auch das Skalpell zum Einsatz. Gegen Bodytuning sei nicht grundsätzlich etwas einzuwenden, wenn ein zum Beispiel einfacher Eingriff das subjektive Befinden verbessert, so Dr. Adler.

Viele Frauen lassen sich Stielwarzen im Dekolleté entfernen, dies ist ambulant in wenigen Minuten geschehen. Allerdings rät die Hautärztin, bei komplexeren Schönheits-OPs das Für und Wider sorgsam abzuwägen – denn Probleme träten häufiger auf als gedacht. „Viele OPs gelingen technisch primär gut, doch dann reagiert die Biologie des Körpers und es kommt zu Flecken, Narbenwucherungen oder Asymmetrien, die schwer korrigierbar sind.“

Stand: Dezember 2018

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